|
Heftiger Regenschauer beim Völklinger Schillerpark-Konzert des Ensembles 92 Hertz am vorigen Sonntag
Zahlreiche der etwa 300 Zuhörer hielten am vergangenen Sonntagmorgen trotz eines heftigen Regenschauers aus und wollten keinen Ton des Konzertes von 92 Hertz im Völklinger Schillerpark verpassen.
Was hätte Benny Goodman gesagt? „Singsingsing!“ Mit diesem Ohrwurm stieg das Ensemble „92 Hertz“ am Sonntagmorgen ins Schillerpark-Konzert ein. Nicht umsonst gelten die Eiweiler „Hertzen“ um Horst Müller als Schwergewicht des saarländischen Jazz.
Der Chor wirkt mittlerweile sicher genug, in wechselnden kleineren Gruppierungen intonationssicher swingend zu agieren. Ob in guter A-capella-Tradition, ob getragen von Tom Lehmanns (ein Vollblut-Musiker, der stets sachdienlich brilliert) Keyboard, ob in starken Soli: 92 Hertz überzeugt durch pfiffig-schnörkellose Arrangements, Abwechslung und viel Publikumsnähe.
Der Spielort, die wunderschöne Konzertmuschel im Völklinger Schillerpark, passt prima zum Programm, das weltberühmte und weniger bekannte Standards aneinanderreiht wie leuchtende Perlen an einer Schnur. „Killing me softly“ hören wir, „Too much heaven“, „Car Wash“ oder „Hit that Jive, Jack“. Wir wippen den Swing mit den Füßen und merken: Horst Müller hat seine Arrangements optimal auf die Fähigkeiten seiner rund 40 Sänger abgestimmt, die offensichtlich „wie die Bienchen“ am Gesang und Ausdruck gefeilt haben.
Eines hätten die Eiweiler Musiker besser nicht getan, nämlich im Traditional „Send down the rain“ den himmlischen Wassergeist zu beschwören, der prompt reagierte und mit einem ebenso kurzen wie heftigen Schauer das Sonntagmorgen-Vergnügen von 300 Zuhörern im Schillerpark verwässerte. Etliche hielten trotzdem aus – Schirme und das ausgedehnte Blattwerk einer großen Kastanie machten es möglich, und zum Lied „Parkplatzregen“ stellten die Regentropfen ihre Begleitung ohnehin ein. (Walter Faas, SZ) |